Getriebeblockade Hinterrad blockiert, nun Getriebeschaden, brauche euren Rat

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    • Getriebeblockade Hinterrad blockiert, nun Getriebeschaden, brauche euren Rat

      Hallo WildStarFreunde,

      ich bin Manuel und schon seit 2004 stolzer Besitzer einer WildStar Baujahr 2000. Ich bin schon sehr lange Mitglied in eurem Forum aber war die letzten Jahre aufgrund einer umfassenden Haussanierung nicht mehr so richtig aktiv. Damals habe ich sie mit 4000km gekauft und mittlerweile stehen 59000km auf dem Tacho.

      In 2006 wurde von einem ansässigen Yamaha Händler die Getrieberückrufaktion durchgeführt. In 2014 wurde die Kupplung komplett erneuert und ansonsten hatte ich nie Probleme. Es wurden nur die regelmäßigen Wartungen durchgeführt.

      Vor ca. 6 Wochen habe ich eine Wochenendtour mit Freunden durch die Schweiz, Österreich bis in das schöne Südtirol gemacht. Wir sind viele Pässe gefahren und es war ein wunderschöner Trip. Auf dem Rückweg ca. 50 km vor der deutschen Grenze, nach einer Abfahrt auf dem Reschenpass hat es auf der Geraden nach dem schalten von dem 4 in den 5 Gang plötzlich einen Schlag gelassen. Das Hinterrad hat blockiert und nach ein paar Metern Rutschpartie ist der Antriebsriemen mit einem lauten Knall gerissen. Mit viel Glück und meiner Fahrerfahrung habe ich die Maschiene zum stehen gebracht. Gott sei Dank ist nichts passiert. Wäre das vorher in einer Kurve auf dem Pass passiert, dann hätte ich den Abflug gemacht und könnte euch heute nicht mehr schreiben.

      Ich und meine Mitreisenden waren sehr schockiert über dem Zwischenfall. Die Wilde ist danach nicht mehr angesprungen und es ging einfach garnichts mehr. Vom Gefühl her, hatte ich schon eine Vorahnung, dass der Motor oder das Getriebe blockiert haben muss und dadurch der Riemen gerissen ist. Dank dem ACE kam schnell Hilfe und ich wurde nach Deutschland abgeschleppt. Über eine Sammelrückführung ist jetzt mein Bike beim ansässigen Motorradhändler angekommen.

      Als mein Bike angekommen ist bin ich gleich hingefahren und wir haben zusammen versucht den Motor zu starten und er sprang sofort an. Ich konnte im Stand auch Gänge schalten: 1er, Leerlauf, 2er. Ich war total erleichtert und alles war erstmal gut, der Motor ist noch ganz. Weil ich einen geschmälerten Riemen fahre durch einen 200er Heckumbau musste ich zuerst einen neuen Riemen besorgen und schmälern lassen. Der Motorradhändler hat ihn eingebaut und dann sehr schnell festgestellt, dass das Getriebe von der Antriebswelle komplett blockiert.

      Er hat mich sofort angerufen und wir haben zusammen nachgesehen. Auf der rechten Seite den kleinen Getriebedeckel aufgeschraubt und gleich gesehen, dass darin einne Art lose Mutter liegt!



      So wie das aussieht hat hier das Getriebe intern blockiert und das Ende der Hauptwelle ist dadurch abgerrissen. Ich hoffe, dass ich das hier richtig beschreibe. Ich hab im Wartungshandbuch nachgesehen und folgendes BILD AUF Wildstarfan.de gefunden.




      Wir haben es noch nicht weiter zerlegt aber es sieht danach aus, als ob wie hier in dem Beispielbild von der rechten Welle das Ende mit der Mutter abgerissen ist. Jetzt könnt ihr euch vorstellen, dass ich sehr depri bin. Ich bin ja froh, dass mir nichts passiert ist, aber dieser Schaden wird richtig teuer und grenzt an einen kapitalen Totalschaden. Grobe Einschätzung von meiner Wekstatt war 20-30 Stunden Arbeit und dann noch alle nötigen Ersatzteile. Der Motor samt Getriebe muss raus und dann komplett zerlegt werden, erst dann sieht man was alles defekt ist.
      Ich habe mich aber an die Getrieberückrufaktion erinnert, auch diese wurde 2006 an meiner Wilden durchgeführt. Und ich habe recherchiert und die ganzen Berichte von damals beschreiben genau den Fall, den ich nun viele Jahre danach mit meiner Wilden erleben muss. Damals konnte es wohl passieren, augfrund zu schwach oder fehlerhaft dimensionierter Teile, dass zwei Gänge gleichzeitig geschalten werden und es zu einer Getriebeblockade kommt. Das würde auch das abreißen der Welle oder der Mutter auf der Welle erklären.
      Ich bin gerade echt verzweifelt und habe sogar Yamaha in Neus angeschrieben. Es kann doch nicht sein, dass das Getriebe bei dieser km-Leistung verreckt, dass kann doch nicht der Qualitätsanspruch an eine Yamaha sein? Naja bisher habe ich noch keine Antwort erhalten aber für mich macht es den Eindruck, als ob ich jetzt genau das Problem habe, was durch die durchgeführte Rückrufaktion hätte vermieden werden sollen. Ich hoffe natürlich, dass ich eine Antwort erhalte und vielleicht sogar vom Hersteller noch irgendeine Kulanz gewährt wird. Schließlich können die als Hersteller echt froh sein, dass es keinen weiteren Personenschaden gibt. Naja die Hoffnung stirbt zuletzt.

      Was ist euer Ratschlag, nach einem gebrauchten Austauschmotor mit Getriebe suchen oder die Reparatur über einen Yamaha-Händler wagen. Und wenn ja, wie hoch schätzt ihr die Kosten ein?
      Ich habe im Forum keinen ähnlichen Fall gefunden, alle haben wohl andere Getriebeprobleme. Bin ich der einzige, dessen Wilde eine komplette Blockade vorweißt?

      Ich bin traurig und gerade ratlos. Ich hab so viel Arbeit, Zeit und Geld in mein Traummotorrad gesteckt und jetzt passiert sowas.

      Sorry für den ausführlichen Text aber dafür ist er informativ.

      Vielen Dank für euer Feedback.

      Grüße

      Manuel
      "ride hard live free!"
    • Hi Manuel, ich würde mir lieber was gebrauchtes organisieren, bei Ebay USA hab ich einen kompletten Motor für 650$ gesehen, mit Transport und Einfuhr bist du mit nem Tausender dabei und dann brauchst du noch ne gute Schrauberbude, nix Yamaha, vielleicht ist einer im Forum aus deiner Nähe der einen guten Schrauber kennt. Mir ist mal der Kardan von meiner Dragstar kaputt gegangen, bei Yamaha wollten die 1600€ haben, ich hab bei Ebay ein Kardan für 250€ bekommen und selbereingebaut. Ich drück dir die Daumen.
      LG Roadstarengel
      Ich bin verantwortlich für mich und für meine eigenen Wege und ich gestatte es anderen, für die ihren verantwortlich zu sein.
    • Also der Motor läuft sagst du. Das Getriebe ist hin. Yamaha in Neuss hast du informiert die werden dir sicher sagen können ob dieser Schaden damals an den Getrieben auftrat. Was die dann sagen bleibt abzuwarten. Dann ist zu prüfen ob die Rückrufaktion überhaupt damals durchgeführt wurde von dem Händler. Meiner hatte mir damals die ganzen getauschten Teile mitgegeben. Auf jeden Fall wird das alles bestimmt ganz schön lange dauern. Vielleicht schaust du einfach in der Bucht nach einem Getriebe in der Hoffnung das es im Rückruf war und verbuchst das Ganze unter laufende Ausgaben, sprich Pech gehabt. Oder du lässt es drauf ankommen das Yamaha oder der damalige Händler den Schaden zahlen. Dann gibt es wahrscheinlich Gutachten und Gegengutachten und dir läuft die Zeit weg....
      Wildstar Friends Crossover Germany
    • Hallo WildStar Freunde,

      So mittlerweile weiß ich mehr. Wir haben nun den Getriebedeckel demontiert und nun sieht man genau was die Getriebeblockade verursacht hat. Die Hauptwelle ist direkt an der Mutter die das große Zahnrad in Position hält abgerissen. Es ist mir absolut unklar wie so etwas passieren kann. Das ist doch eine gehärtete sau stabile Stahlwelle, die doch eigentlich das Motorrad überleben sollte.

      Hier kommen ein paar neue Bilder:


      Von Yamaha in Neuss habe ich bisher noch nicht einmal eine Antwort erhalten. Nur eine Standard-Email, dass meine Anfrage eingegangen ist. Das ist echt schwach!!! Wenigstens eine Antwort wäre angemessen.
      Ich werde aber eine weitere Email hinsenden mit den neuen Bildern, damit sie wenigstens den Schaden genauer betrachten können.

      Mich würde sehr interessieren, welche Teile damals der Grund für die Rückrufaktion waren und wie genau dadurch die Getriebeblockade entstanden ist? Wurde damals vielleicht auch die Hauptwelle ausgetauscht und gab es vielleicht ein Materialproblem? Und weiß irgendjemand von einem anderen WildStar-Fahrer, der einen ähnlichen Schaden hatte?

      Aktuell gibt es folgende Optionen.

      1. Den Motor komplett von einem Yamaha-Händler zerlegen lassen und dann das Getriebe überprüfen lassen und die Hauptwelle tauschen lassen. Dazu muss der Motor komplett zerlegt werden. Arbeitszeit allein ist zwischen 2500-3000€. Dann schätze ich mal Teile 500-1000€ Also Kosten von 3000-4000€ bis die Wilde wieder richtig zusammen ist und läuft. Vorteil wäre, dass dann Getriebe und Motor komplett überholt und geprüft wäre und ich auch eine Garantie auf die Reparatur hätte.

      2. Es gibt einen Austauschmotor einer WildStar Bj. 1999 mit 4000km und der Getrieberückruf wurde gemacht. Dieser stammt von einem Ersatzteilhändler der ihn in Kommision für einen Privatmann für 2490€ verkauft. Großer Haken an dieser Sache ist, dass er keine Belege oder Papiere zu diesem Motor hat, also man kann ihm glauben aber ich hab keinen Beleg für die Kilometerleistung und keinen Beleg für die durchgeführte Rückrufaktion. Zudem will er meinen alten Motor mit defekten Getriebe im Austausch haben. Also irgendwie keine optimale Lösung, auch wenn ich dem Verkäufer gerne glauben schenken würde. Aber bei so viel Geld und keinerlei Garantien ist mir zu gefährlich

      3. Ein guter Freund restauriert Oldtimer-Motorräder seit 50 Jahren und hat schon viele Motoren zerlegt, repariert oder neu aufgebaut. Er könnte mit mir meine Wilde sicher zerlegen und reparieren aber er hat überhaupt keine Erfahrungen mit so neueren Motoren. Er schraubt an Motorrädern von 1920 bis 1955. Laut den Yamaha-Händlern braucht man sehr viel Spezialwerkzeug und da genau liegen unsere Sorgen. Wir befürchten, dass wir mittendrin dann nicht weiterkommen werden usw. Er hat mir aber nun einen Vorschlag gemacht. Wir überlegen in die abgebrochene Hauptwelle ein Loch zu bohren und ein M10 Gewinde zu schneiden. Er hat mir eine Art Mutter/Deckel gedreht, die er dann auf die Welle setzen möchte und dann eine M10 Schraube in die Welle schrauben und einkleben mit Locktide. Er sagt das große Zahnrad sitzt auf der Verzahnung und kann sich nicht verdrehen und die Originalmutter hatte nur die Aufgabe das ganze in Position zu halten. Ich vertraue ihm und denke, dass das auch halten wird aber irgendwie habe ich da kein gutes Gefühl dabei. Ich will ja später wieder sorglos fahren können und nicht mit einem verbastelten Getriebeschaden immer ein Scheiß Gefühl in jeder Kurve haben. Es könnte ja wieder das Getriebe blockieren.

      Also alles läuft darauf hinaus, dass ich einen Schrauber finde, der sich zutraut für einen guten Preis meinen Motor und Getriebe komplett zu zerlegen, alles zu prüfen und defekte Teile zu ersetzen und zusammenbauen und alles wieder neu abdichten. Genau wie es damals bei der Rückrufaktion gemacht wurde. Nur dass ich dieses Mal richtig tief in die Tasche langen muss. Zum Kotzen.

      Schreibt mir ruhig eure Ideen, Meinungen und Gedanken. Ich bin über jeden Rat aktuell froh.

      Mein Vater meinte, verschrotte die Wilde und kauf dir ein neues. Aber das geht nicht. Ich hab sie 13 Jahre gefahren und nach meinem Traummotorrad umgebaut. Da steckt so viel Arbeit, Geld, Schweiß, Zeit und Liebe drin. Ich kann die nicht einfach verschrotten oder defekt verkaufen. Das würde ich irgendwann bereuen.

      Naja solange die Wilde nicht läuft muss halt meine alte Horex Regina 400 herhalten. Jetzt wird die wieder mehr gefahren.

      Schöne Grüße

      Manu

      "ride hard live free!"
    • Moin,
      ....und genau an dieser "anderen Seite" (= Pulleywelle) ist bei mir letztes Jahr ebenfalls der Gewindeabsatz abgerissen. Habe ich nur wg. leichten Ölaustritt aus dem Cover bemerkt.
      Hatte Glück, von einem Forunskollegen ein günstiges Ersatzteil zu bekommen, Arbeit dann in Eigenleistung.
      Wie das passiert ist? Keine Ahnung
      Evtl wurde danals beim Rückruf zu fest angezogen, ich weiß es nicht

      Gruß Michi
      99%er
      Fuhrpark: XV 1600; Ural 750 Gespann, Harley FLHTCUI
    • Nachtrag.....
      Ansonsten fällt mir auch keine vernünftige Erklärung für das Materialversagen ein.
      Normalerweise tritt an der Stelle Null Axialbelastung auf, keine Spannkräfte etc. Nur rein radiale Belastungen.
      War bzw ist Deine Pulleywelle lose, bzw die Befestigungsmutter des Pulley? Dann hätte die ganze Pulleywelle axiales Spiel, so dass Axialkräfte über Pulleywelle und Kette auf die Getriiebewelle übertragen würden und zu einer Verkantung führen (auch das Kettenrad sitzt nicht spielfrei)

      Und sieh mal nach, ob Du das Sicherungsblech von der Mutter noch findest (bzw noch Fragmente davon.). Nicht, dass die Experten dieses damals vergessen haben. Das Gewinde ist als Rechtsgewinde ausgeführt und hat an der Stelle die Tendenz, sich "los" zu drehen.
      99%er
      Fuhrpark: XV 1600; Ural 750 Gespann, Harley FLHTCUI

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Schalusenbach ()

    • Das sind die Teile die damals gewechselt wurden. Angeblich ging es um den Seegerring der brechen und so das Getriebe blockien könnte....

      und ich würde es auch erstmal mit dem Gewindeschneiden versuchen. Wenn es hält ist es gut...
      Bilder
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      Wildstar Friends Crossover Germany
    • huuuu....ihr macht mir angst...aber ganz gewaltig...

      So kompliziert finde ich es garnicht den motor zu zerlegen...da braucht man ruhe , platz und licht..und ne menge kohle für die ganzen satz arschteuren dichtungen...die gibt es doch als reparatursatz

      frag doch mal peter uhl ( uhle ) aus kiel von den nordwildern, der zerlegt soetwas auf der toilette...fragen kostet ja nix